Prove your humanity: 3   +   2   =  

Habt ihr euch schon mal gefragt, wieviele Seen es in der Schweiz gibt? Es ist nicht so, dass wir an Seen geizen. Die genaue Zahl kann ich euch nicht angeben; es gibt jedoch rund 1’500 Seen, die meisten davon Bergseen, in der Schweiz. Wisst ihr, welches das grösste Gewässer von allen ist? Es ist der Genfersee. Er hat eine Gesamtfläche von 580.03 km2

Ich bin der Meinung, dass die Grösse – ich spreche hier von der Flächengrösse der Schweizer Seen – nicht ausschlaggebend ist, um den schönsten Teich zu küren. Es ist vielmehr die Farbe, die Umgebung und die Berglandschaft, die ein Gewässer umgibt und somit zu einem Naturhighlight verwandelt.

Ich zeige euch hier im Blog 5 Bergseen, die meiner Meinung nach zu den schönsten der Schweiz gehören.

Wildsee

An der Talstation Pizolbahnen nehme ich die Seilbahn hoch nach Furt (Wangs). Dort steige ich auf den Sessellift um, welcher mich in zwei Etappen (Furt – Gaffia und Gaffia Pizolhütte) zur Pizolhütte bringt. Hast du Lust auf einen Kaffee, ein kaltes Getränk oder was zum Knabbern? Die Pizolhütte hat ein reiches Angebot an Vielem, was deine Gelüste stillen könnte.

Gestärkt geht es nun auf zur eigentlichen Wanderung. Wir befinden uns schon auf 2’222 m ü.M. Der Aufstieg zum Wildsee ist stetig und dauert ca. 1 Stunde bis ich zur Wildseelücke (2’493 m ü.M) gelange. Den Ausblick, den ich bekomme ist mehr als atemberaubend. Es verschlägt mir die Sprache. Habe ich schon jemals so ein ‚blau‘ gesehen? Die Farbpaletten der berühmtesten Maler dieser Welt wären vor Neid gelb geworden. Umsäumt von den Ostschweizer, Bündner und Österreichischen Alpen zählt der Wildsee für mich zu einer der schönsten der Schweiz.

Ein See wie aus dem Bilderbuch

Türkis-Blau am Wildsee

Seealpsee

Ein Klassiker und mittlerweile auch schon international auf Bildern zu sehen, ist der Seealpsee im Kanton Appenzell Innerhoden. Der Aufstieg zum Bergsee fängt in Wasserauen an. Das Auto kann auf dem grossen Parkplatz stehen gelassen werden. Der Weg mit den Öffentlichen Verkehrsmittel ist genauso einfach. Die letzte Station mit der Appenzellerbahn endet bei Wasserauen. Im Gasthaus Alpenrose noch kurz eine Stärkung zu mir genommen, fängt die Wanderung zum Seelalpsee durch den Wald an. Die Steigung ist kontinuierlich. Nach ca. 45 Minuten erreiche ich ein grünes Plateau, welches mir schon eine kleine Vorfreude auf die spektakuläre Aussicht zum Bergsee verspricht. Ich wandere die leichte Neigung hinab zum Seealpsee und mir wird eine Augenweide an Naturschönheit geboten, dass mir wieder in Erinnerung gerufen wird, wie dankbar ich doch bin, in dieser schönen Gegend aufgewachsen zu sein.

Klassische Sicht zum Seealpsee

Fälensee

Der Fälensee hat einen ganz besonderen Charme. Er liegt eingebettet zwischen Felsflügeln. Je nach Wetterkonditionen widerspiegeln sich faszinierende Reflektionen auf dem Bergsee. Ähnlich wie bei einem Kaleidoskop lasse ich mich von der Vielfalt der Spiegelung überraschen.

Mit einer leichten Wanderung fange ich an um zum Fälensee zu gelangen. Bei der Seilbahn Hoher Kasten marschiere ich der Strasse entlang, bis ich zu einem stetigen Aufstieg durch den Wald gelange. Weiter geht’s. Die Wanderung deklariere ich zwar als leicht, jedoch spüre ich den Aufstieg in den Oberschenkeln und in meinem Allerwertesten. Unter uns: Ich mag es, wenn ich die Anstrengung im Körper spüre! Am Ende des Waldaufstiegs erreiche ich das Restaurant Plattenbödeli, welches mir gerade recht kommt, denn ich habe Durst wie eine Bergziege. Also gönne ich mir eine Erfrischung und mache mich weiter auf den Weg, am Sämtisersee vorbei. Wenn ich zurück blicke (zurück blicken lohnt sich auf Wanderungen immer), habe ich einen ziemlich spektakulären Blick auf den Hohen Kasten. Ich entschuldige mich hier, dass ich nicht weiter auf den Sämtisersee eingehe, er hat es noch nicht geschafft, mich, wie andere Bergseen, zu verzaubern. Den Sämtisersee hinter mir gelassen, wandere ich weiter der Route nach, vorbei an einem idyllischen Fluss, freiweidenden Kühen, liebesbedürftigen Ziegen, zu einem enormen Aufstieg, einem Alpenmassiv.

Mood – Auch bei Nebel ein Hingucker

Der Ausblick, der sich mir nach der Höhenbezwingung bietet, ist phänomenal! Um den Fälensee sowohl bei Sonnenunter- wie auch bei Sonnenaufgang zu bestaunen, kann im danebenliegenden Berggasthaus Bollewees eine Nacht reserviert werden. Wer Glück hat, bekommt ein Zimmer mit direktem Blick auf den See.

Der Fälensee hat viele Facetten

Oeschinensee

Geografisch wandere ich Richtung Berner Oberland. Der Oeschinensee (1’578 m.ü.M) befindet sich oberhalb von Kandersteg. Nach Kandersteg komme ich entweder mit dem Auto oder ganz entspannt mit den Öffentlichen Verkehrsmittel. Ab Kandersteg gelange ich zu Fuss hoch oder ich nehme die Gondelbahn. Oben an der Bergstation angekommen erspähe ich erstmal die Rodelbahn. Die Preise sind moderat und je mehr Fahrten ich auf einmal erwerbe, desto günstiger wird es pro Fahrt. Mein Weg geht aber vorerst weiter zum Oeschinensee. Einer leichten Wanderroute entlang, brauche ich ca. 15 Minuten, bis ich zum ersten Mal ein stechendes türkis-grün erspähe. Das Gewässer wird von massiven Felswänden ummantelt. Ein wahrhaftiges Naturphänomen.

Unten, entlang dem Oeschinensee, steuere ich dem Panoramaweg entgegen, welcher mich über einen Anstieg, vorbei an einem Wasserfall, zum Bergrestaurant Oberbergli führt. Die frische Wähe, dir mir dort serviert wird, stärkt mich für meine weitere Wanderung. Auf geht’s, und zwar bergauf. Nachdem eine gewisse Steigung erreicht ist, führt der Panoramawanderweg oberhalb des Oeschinensee’s wieder zurück zum Ausgangspunkt, in der Nähe der Gondelbahn. Der Ausblick vom Panoramaweg auf den Oeschinensee ist wirklich beeindruckend. Ich kann diese Route sehr empfehlen.

Öschinensee. Eine blaue Perle umgeben von majestätischen Bergen.

Öschinensee. Eine blaue Perle umgeben von majestätischen Bergen.

Die Twin-Tannen vom Oeschinensee

Lago di Saoseo

Oooooooh, Lago di Saoseo, was bist du schön!

Liebst du den Herbst genauso wie ich? Die bunten Farben der Bäume, die sich im Gewässer widerspiegeln sind am Lago di Saoseo im Herbst ganz besonders faszinierend. Lago di Saoseo befindet sich im Graubünden im Valposchiavo. Der Bergsee (ab Zürich) liegt nicht gerade um die Ecke. Der Ausflug dorthin lohnt sich jedoch sehr!

In Sfazù parke ich mein Auto. Einmal kurz über die Serpentinenstrasse, erspähe ich gleich das Wanderschild, welches mich in die gewünschte Richtung weist. Der Aufstieg ist garantiert und stetig. Die Umgebung lässt jedoch jegliche Körperanstrengung vergessen. Ich fühle mich wie in einem Feenwald. Sanfte Mooswege begleiten mich auf meiner Wanderung. Rauschende, schmale Bächlein verzieren die Waldlandschaft. Steinhäuser verschönern das Naturbild des Val di Campo.

Nach knapp einer Stunde habe ich mein Ziel erreicht und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Zauberhafte Spiegelungen im Lago Saoseo

Lago di Saoseo

Und wenn ich so über die Bergseen berichte, fallen mir immer mehr Schweizer Naturschönheiten ein. Bergsee Naturschönheiten. Daher schliesse ich nicht aus, dass die Bergsee Serie erweitert werden kann. Ich freue mich, wenn ich mit den aufgezählten Gewässern Wanderlust geweckt habe. Ich bin aber auch offen, Neues kennenzulernen. Vielleicht bist du die nächste Inspiration für einen weiteren Bergsee Blogpost?